Moderne Unternehmen brauchen Führungskräfte als Gärtner - Führung im Wandel
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Macht agiles Arbeiten den Chef unnötig? Oder:
Ein Unternehmen braucht einen Gärtner

Geht es um agile Teams oder sich selbst organisierende Teams, also „Empowered Teams“, so kommt in den heutigen Diskussionen schnell die Frage auf: Was bleibt eigentlich für den Chef noch zu tun? Braucht das Team den Chef noch und wenn ja, wozu? Oder wird er zum Teammitglied herabgestuft?

Unternehmerische Dynamik transparent machen – durch einen Modellvergleich

In unseren Workshops kamen diese Fragen immer wieder unter den Teilnehmern auf – sowohl von Seiten der Führungskraft als auch von den Teammitgliedern. Deshalb haben Kaja und ich uns zusammengesetzt, um die neue unternehmerische Dynamik bei agilem Arbeiten transparenter zu machen. Und das geht bekanntlich am besten über ein Beispiel aus einem anderen, uns sehr vertrauten Bereich. Als Mensch mit Forscherdrang habe ich mich danach sofort hingesetzt und nach einem vergleichbaren Konzept gesucht, bei dem es um Gemeinschaft, Zusammengehörigkeitsgefühl, Aufgehoben-Sein, gegenseitige Unterstützung, gemeinsames Wachsen und gemeinsame Ertragswirtschaft geht.

Permakultur: Konzept für Landwirtschaft – und Unternehmen

Schon nach kurzer Zeit bin ich auf das mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnete Konzept „Permakultur“ gestoßen. Im Wesentlichen handelt es sich hier um ein Konzept, das die Landwirtschaft nach den natürlichen Ökosystemen gestaltet. Es geht also um die Schaffung von Lebensräumen, die durch Kombination mehrerer Systeme unbegrenzt funktionieren, also sich selbst erhalten. So könnte auf ressourcenverschwendende und umweltbelastende Systeme verzichtet werden. Als Gründerväter gelten Bill Mollison und David Holmgren.

Ziele und Merkmal Permakultur

Laut Bill Mollison geht es bei der permakulturellen Planung „Permakultur“ darum, ein System zu erhalten, zu optimieren und schließlich zu einem sich selbst regulierenden System zu entwickeln. Also ein System, das – wenn überhaupt – nur ganz wenige Eingriffe benötigt, um in dynamischem Gleichgewicht zu bleiben.


Kurzfristige Bedürfnisse und die Bedürfnisse nachfolgender Generationen stehen sich gleichwertig gegenüber.


Produktivität und Anpassungsfähigkeit gehören zu den Kerneigenschaften des Systems.


Permakultursysteme illustrieren, wie sich Einzelne und Gruppen mit einem Verständnis für natürliche Kreisläufe selbst organisieren und versorgen können. Und zwar bei minimalem Anspruch an Ressourcen, Platz und Zeit. Zum Beispiel speichern permakulturelle Projekte Regenwasser und Sonnenenergie, nutzen diese effizient und optimieren die Fruchtbarkeit des Bodens. Abfall entsteht nicht, denn der Output des einen Systemelements wird als Input für die anderen genutzt.

Ziele und Merkmale New Work

Herzstück von „New Work“ ist das sich selbst organisierende und erhaltende Team. Das Team erhält Entscheidungsfreiheit, reguliert sich durch eine offene Kommunikations- und Fehlerkultur selbst und wächst, indem es Know-how vereint.


Die Unternehmensbedürfnisse und die der Mitarbeiter begegnen sich auf Augenhöhe.


Flexibel mit den ständigen Veränderungen zu gehen und dabei achtsam und wertschätzend das Beste zu erschaffen.


Teams mit der Ausrichtung sich gegenseitig zu unterstützen, prägt Wachstum und innovative Entwicklungen. Ressourcen effizient sowie optimal nutzen und so Kosten sparen – darum geht auch im Unternehmen. Genauso: Etwas produzieren, das andere wirklich brauchen, zählt ebenso zu den Wünschen jedes New Work Unternehmens.

Zusammengefasst bedeutet das: Permakultur ist …

  • nachhaltig optimieren statt kurzfristig maximieren
  • kooperieren statt konkurrieren

 

Gärtner oder Gestalter der Permakultur gleicht der Führungskraft von heute

Die Parallelen zwischen Permakultur-Zielen und Zielen des New Work sind sicher eindeutig. Doch noch ist die Frage ungeklärt, was Permakultur mit Führung zu tun hat. Oder wie Permakultur zeigen kann, dass Führung nach wie vor – auch in selbst organisierenden Teams – von größter Wichtigkeit ist.

Führungskompetenzen sind Gestalterkompetenzen: anregen, planen, begleiten

Die Permakultur muss erst einmal geschaffen werden. Entwürfe, Planungen, Begleitung und Beratung gehören zu den Aufgaben eines Permakultur-Gestalters oder -Gärtners. Denn die, welche die neue Gestaltung umsetzen, müssen erst einmal Verständnis, Wissen und Tatkraft für Idee, Ziele und das System selbst entwickeln. Das deckt sich 1:1 mit den Aufgaben, die eine moderne Führungskraft heute lösen muss.

Aufgaben der modernen Führungskraft: wie die eines Gärtners

Eine Führungskraft schafft die Rahmenbedingungen für Selbstorganisation und Verantwortung im Team.

  • Die New Work Führungskraft sorgt dafür, dass jeder Mitarbeiter am richtigen Arbeitsplatz sitzt
    … um seine Potenziale und Skills entfalten zu können –> Jede Pflanze hat ihren bevorzugten Standort.
  • Die New Work Führungskraft sorgt für genügend Freiräume …
    … für kreative Ideen und Lösungen => Stehen Pflanzen zu dicht aneinander, ersticken sie.
  • Die New Work Führungskraft weckt den Teamgeist …
    Sie motiviert zum Selbstverständnis eines gesunden Miteinanders, zu gegenseitiger Unterstützung, Feedback, Austausch und offener Kommunikation => Gut kombiniert gedeihen „Nachbargewächse“ besser als in Monokulturen, weil sie sich gegenseitig unterstützen.
  • Die New Work Führungskraft sorgt dafür, dass jeder Mitarbeiter hat, was er braucht …
  • … für seine gute und zufriedenstellende Arbeit. => Wasser, Sonne, Dünger braucht auch die Pflanze für eine ertragreiche Ernte.
  • Die New Work Führungskraft befähigt die Mitarbeiter …
    … zu wachsen => Die Pflanze wächst und wächst, man muss sie nur lassen und die besten Bedingungen schaffen.

 

Führungskompetenz: Denken in Team, Unternehmen und Werten

Ein inspirierter Blick in meinen Garten macht mir noch einmal die Tragweite unseres Leitbilds als Coachs für den Wandel klar: Wir brauchen heute Führungskräfte mit Gärtnerqualitäten in den neuen Unternehmen. Also solche, denen jeder Einzelne seines Teams am Herzen liegt, der an sie glaubt, ihnen vertraut und das Beste in Ihnen fördert. Nicht auf der eigenen Karriere liegt das Hauptaugenmerk der modernen Führungskraft, sondern auf dem Wohl des Teams und des Unternehmens. So gelingen gesundes Wachstum, stabile Produktivität, gesunde und zufriedene Mitarbeiter. Alle Grundlagen für diese Kompetenzen eignen sich Führungskräfte zum Beispiel in unserem Workshop Selbstführung hoch 2 für Führungskräfte an.

Vorbild für Führung: die Natur

In modernen Unternehmen geht es für Führungskräfte – so denke ich – darum, sich als Teil der Natur zu begreifen, als Teil einer Gemeinschaft – statt Machtstrukturen und Hierarchien aufrecht zu erhalten. Gegenseitige Wertschätzung, Zuhören und Wissen teilen führt dann zu einem Miteinander und Füreinander, das sich menschlich und wirtschaftlich rechnet.

 

“Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis,
wenn man ihn wohl zu pflegen weiß.”
Johann Wolfgang von Goethe

 

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